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Friedensflieger – Hans Reininger bei SteinZeit

Vom 20.5. bis 29.5. fand der erste Friedens- und Freundschaftsflug EU – Russland statt. Beteiligt waren 20 Flugzeuge aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien. Initiert und organisiert hatte es der Kemptner Pilot Hans Reininger zusammen mit Galina Ukolova aus Grabenstetten. Die Idee wurde auf einen Flug nach Kroatien geboren. Es sollte ein Zeichen gesetzt werden gegen die unberechtigte, sehr negative Berichterstattung, die ständig in unseren westlichen Medien verbreitet werden. Viele meiner Bekannten und Freunde verurteilen diese einseitige Darstellung und wir wollten zeigen, daß diese falsche, westliche Propaganda nicht zum Miteinander beiträgt, sondern die Menschen auf beiden Seiten für eine Öffnung und ein besseres Verstehen dankbar sind. Völkerverständigung war also unsere Mission. Die Vorbereitung dauerte über ein Jahr, aber unserer Mühen haben sich mehr als gelohnt.
Es war das allererste mal, daß eine Gruppe kleiner Sportflugzeuge nach Russland einfliegen durften. Am Anfang waren beide Seiten nervös. Sowohl die russischen Controller und Piloten der Führungsflugzeuge, weil in Russland auf kleineren Flugplätzen nicht englisch gefunkt wird, wie auch viele von unserer Gruppe, weil sie nicht abschätzen konnten, was auf uns zukommt. Es war spannend. Die 20 Maschinen mussten, je nach Reisegeschwindigkeit in vier Gruppen mit je einem russischen Führungsflugzeug fliegen. Doch schon am ersten Tag war das Eis gebrochen und wir wurden herzlich empfangen. Wir fühlten uns auf Anhieb wohl in diesem Land.

Der Treffpunkt  aller Teilnehmer, von denen sich die wenigsten persönlich kannten, war Olsztyn in Nordpolen. Unsere Route verlief über Kaunas in Litauen, wo wir unseren Ausflugszoll aus der EU machten, über Pskov (Einflusszoll Russland) nach Serjodka zum Tanken. Ein schöner Spätabendflug führte uns am gleichen Tag nach Veliki Novgorod am Ilmensee, einer alten Hansestadt und die älteste Stadt Russlands überhaupt. Endziel war Manushkino, ein kleiner Flugplatz östlich von St.Peterburg. Überall wurden wir begeistert und herzlich empfangen. Die russische Presse schenkte uns grosse Aufmerksamkeit und so mussten wir viele Interviews bei 7 russischen TV-Sendern geben.

Sogar ein Flug über St.Petersburg wurde uns genehmigt. Neben Stadtführungen stand auch ein gelungenes Hangarfest mit unseren neuen russischen Freunden auf dem Programm. Verständigungsprobleme
gab es kaum. Spätestens nach dem zweiten Wodka und vielen hervorragenden traditionellen Speisen verstanden sich alle prächtig. Nicht nur die Teilnehmer untereinander lernten sich besser kennen, sondern auch unsere Gastgeber wurden immer vertrauter und somit bekam unser Slogan „Freunde treffen Freunde“ Gültigkeit. Nach über zwanzig Flugstunden endete eine sehr interessante Reise, voll von schönen, durchwegs positiven Eindrücken und menschlicher Wärme. Alle sind heil auf ihre Heimatflugplätze zurückgekehrt. Schon im Herbst ist ein Gegenbesuch unserer neuen Freunde in Kempten geplant. Wir freuen uns! Somit wurde der Beweis erbracht, daß man selber mehr erreichen kann, als man glaubt! Die Aktion wird allen beteiligten für immer in positiver Erinnerung bleiben.

Hans Reininger  kolibri-ul@onlinehome.de

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